Barbarastraße wird zur Werkstraße

ThyssenKrupp erweitert Lenkungswerk / Bis zu 65 neue Arbeitsplätze

Rund 10 Millionen Euro investiert ThyssenKrupp in den kommenden Monaten in sein Werk in Schönebeck, um den Produktionsstandort zu erweitern. Die ersten bauvorbereitenden Maßnahmen starten Anfang März. Ein Teil der ans Werk angrenzenden Barbarastraße wird ab dann für den privaten Verkehr dauerhaft gesperrt. Damit kann die Straße als Warteschleife für Lkw genutzt werden. Ausweichrouten für den öffentlichen Verkehr werden ausgewiesen. Darüber sprachen gestern Sascha Singer, Geschäftsführer der ThyssenKrupp Presta Schönebeck GmbH, und Holger Helmecke, zuständiger Projektkoordinator der ThyssenKrupp, mit OB Bert Knoblauch, Dezernent Guido Schmidt und Wirtschaftsförderer Detlev Lorbeer.

Foto: Stadt Schönebeck

Foto: Stadt Schönebeck

In den kommenden Monaten soll auf einer Fläche von rund 3.000 Quadratmetern auf dem jetzigen Werksgelände eine weitere Produktionshalle für Lenkungskomponenten entstehen. Bevor mit dem eigentlichen Bau der neuen Werkshalle begonnen werden kann, muss eine umfangreiche Bodensanierung des Bauareals vorgenommen werden, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens. Dabei geht es um die Beseitigung von Altlasten im Erdreich, die noch aus der Zeit herrühren, als an diesem Standort Lackharze produziert wurden. Bis 1990 war an dieser Stelle die Firma Lackharz Zwickau GmbH ansässig.

Zur Bodensanierung wird zunächst das Grundwasser abgesenkt und das Erdreich bis in eine Tiefe von fünf Metern abgetragen und anschließend durch sauberen Boden ersetzt. Rund 20.000 Tonnen Erdreich werden so in den kommenden Wochen entnommen, abtransportiert, fachgerecht gereinigt und zur Wiederverwertung aufbereitet. Zur Ausführung der Bodensanierung hat das Landesamt für Altlastenfreistellung des Landes Sachsen-Anhalt die Gesellschaft für Umweltsanierungs-Technologien mbH (G.U.T.) aus Merseburg beauftragt. Die Bodensanierung soll bis Ende April abgeschlossen sein. Bei den anstehenden Bodenarbeiten kann es durch das Entweichen von im Boden gebundenen Lackharzgasen zu Geruchsbeeinträchtigungen kommen. Um die Ausbreitung der Gerüche einzudämmen, wird eine vier Meter hohe Immissionsschutzwand zwischen der Baustelle und der rund 65 Meter entfernten Wohnbebauung errichtet. Zudem wird eine Luftabsaug- und Reinigungsanlage in der Baugrube eingesetzt, wie auch eine Nebelkanone, die aufsteigenden Baustaub und Gerüche binden soll. Die Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Immissionsgrenzwerte wird durch Messungen an unterschiedlichen Messpunkten sichergestellt. Messung und Auswertung übernimmt ein unabhängiger Gutachter.

Mit dem eigentlichen Hallenneubau soll ab Mai begonnen werden. Ende Oktober soll die Werkserweiterung abgeschlossen sein. In der neuen Werkshalle werden ab dann Kugelgewindetriebe für elektrisch unterstützte Lenksysteme hergestellt. ThyssenKrupp investiert rund zehn Millionen Euro in die Erweiterung des Produktionsstandortes. Dadurch sollen in den kommenden Monaten bis zu 65 neue Arbeitsplätze entstehen. Das Unternehmen beschäftigt heute bereits rund 750 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Standort Schönebeck. Das Werk produziert Lenkungskomponenten und komplette Lenksysteme für die internationale Automobilindustrie.