Damit Suchtkranke mit ihren Problemen nicht allein bleiben

Suchtberatungsstelle der AWO beging 25-jähriges Bestehen

Das eine Glas Wein zu viel. Nicht so schlimm. Ab und zu. Täglich kann es zur Sucht werden. Doch die Mitarbeiter der Suchtberatungsstelle der AWO haben nicht nur mit Alkoholabhängigen zu tun. Auch andere Drogen, Essstörungen oder Spielsucht gehören zu den Problemen, mit denen Abhängige zu ihnen kommen. Und das seit nunmehr 25 Jahren. Heute Vormittag waren langjährige Begleiter und Mitarbeiter, Unterstützer und Mitglieder der Selbsthilfegruppen zur Festveranstaltung anlässlich des Jubiläums in die Räume der Suchtberatung eingeladen. Sie konnten auf eine Zeitreise durch ein Vierteljahrhundert Suchtberatung gehen.

Katrin Bock, Leiterin der Suchtberatungsstelle (r.), erhielt von Ines Grimm-Hübner einen Gutschein zum 25-jährigen Bestehen der Beratungsstelle.

“Der erste Schritt ist immer einer der schwierigsten.” Ines Grimm-Hübner ist erst seit gut einem halben Jahr Geschäftsführerin des AWO-Kreisverbandes. Dennoch weiß sie genau, mit welchen Sorgen ihr Team in der Suchtberatungsstelle täglich in Berührung kommt. Wenn Suchtkranke ihre Probleme erkennen und zur Beratungsstelle kommen, kann der Weg raus aus der Abhängigkeit beginnen. Wichtig sei das Durchhalten, betonte Ines Grimm-Hübner. Auch wenn das Leben aus den Fugen gerate. Hier helfen die Suchtberater.

Vor 25 Jahren auf Initiative von Bernd Müsing gegründet, der seinerzeit bei der AWO mit seiner Idee auf offene Ohren stieß, hat sich die Beratungsstelle längst etabliert. Und ist aus dem sozialen Gefüge im Landkreis nicht mehr wegzudenken. Das Gebiet hat sich vergrößert. Anfangs waren es mit Schönebeck und Barby nur zwei Standorte. Inzwischen sind es mit Calbe, Aschersleben und Staßfurt fünf. Der Bedarf ist nach wie vor groß. Auch das Aufgabengebiet ist umfangreicher geworden. Suchtprävention nimmt einen großen Stellenwert ein. Auch das Ambulant betreute Wohnen für Menschen, die nach der Entziehung Hilfe im Alltag brauchen, um nicht rückfällig zu werden, ist nicht mehr wegzudenken.

Verlockungen, die zur Sucht werden können, sind schließlich allgegenwärtig. Das kennt Oberbürgermeister Bert Knoblauch aus seiner langjährigen Arbeit als Rechtsanwalt. Strafverfahren, in die er als Anwalt involviert war, seien oft nur die Folge von Suchtproblemen gewesen. Umso größer war sein Dank an das Team für die erfolgreiche Arbeit. Er versprach, sich weiterhin für die Unterstützung einzusetzen – auch auf Landkreisebene.

Nach dem offiziellen Teil hatten die Besucher Gelegenheit, bei Kaffee, Kuchen, Gegrilltem und alkoholfreien Cocktails ins Gespräch zu kommen, sich sportlich zu betätigen oder an der Schokoladen-Meditation teilzunehmen.