Das eigene Schicksal selbst in die Hand nehmen

Gelungene Premiere: 1. Tag der Selbsthilfegruppen lockte zahlreiche Interessierte zum ABiSA

„Selbsthilfe bedeutet, sein eigenes Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und gemeinsam mit anderen Betroffenen Probleme zu bewältigen.“ Dr. Jürgen Hildebrand, Vorsitzender des Allgemeinen Behindertenverbandes Sachsen-Anhalt, kurz ABiSa, konnte zum 1. Tag der Selbsthilfegruppen Vertreter fast aller Gruppen begrüßen. 

Die Bürgerstiftung war beim Tag der Selbsthilfegruppen dabei. Uwe Steinmeyer (v.r.), Dr. Jürgen Hildebrand und Frank Schiwek informieren sich.

Die Bürgerstiftung war beim Tag der Selbsthilfegruppen dabei. Uwe Steinmeyer (v.r.), Dr. Jürgen Hildebrand und Frank Schiwek informieren sich.

Nicht nur diejenigen, die unter dem ABiSA-Dach organisiert sind, sondern auch befreundete Gruppen aus der Region. Aus ihren Reihen heraus war auch der Wunsch entstanden, sich einmal gemeinsam der Öffentlichkeit zu präsentieren und sich zu vernetzen. Laut Hildebrand werde die Rolle der Selbsthilfegruppen immer wichtiger. Zum einen als Interessenvertreter chronisch Kranker gegenüber Behörden. Aber auch als sozialer Rückhalt, um eine Isolation zu verhindern. Darüber, und über Wege aus der Einsamkeit, referierte der rennomierte Psychologe Uwe Steinmeyer.

Einsamkeit kann durchaus krank machen, erklärte er. Und sie könne in Depressionen enden. Deutschlandweit seien 21 Prozent der Menschen betroffen. Grund sei oftmals die Isolation. Er zeigte Wege aus der Einsamkeit auf und beantwortete Fragen der zahlreichen Besucher. Der 1. Tag der Selbsthilfegruppen war eine gelungene Premiere, der sicher weitere Veranstaltungen dieser Art folgen.

Damit Barrieren abgebaut werden

ABiSA engagiert sich seit über 24 Jahren für die Rechte Behinderter

Ihr Alltag ist von Barrieren und oftmals auch Diskriminierungen bestimmt. Menschen mit Behinderung benötigen in vielen Situationen Zuwendung. Der Allgemeine Behindertenverband in Sachsen-Anhalt, kurz ABiSA, engagiert sich stark dafür, Barrieren abzubauen und die Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben zu erhöhen. Und das seit über 24 Jahren. Noch im stürmischen Herbst 1989 gegründet, haben sich die Initiatoren auf die Fahnen geschrieben, Menschen mit Behinderung mehr Mitspracheund Mitgestaltungsrechte zu ermöglichen.

Nicht nur Selbsthilfegruppen präsentierten sich mit eigenen Ständen im Haus Luise, auch Partner des ABiSA wie die AOK oder das AMEOS-Klinikum.

Nicht nur Selbsthilfegruppen präsentierten sich mit eigenen Ständen im Haus Luise, auch Partner des ABiSA wie die AOK oder das AMEOS-Klinikum.

Der ABiSA wurde aber bald mehr als eine reine Interessenvertretung. Inzwischen zählen auch Beratung und Betreuung zu den tragenden Säulen des Verbandes, der seinen Hauptsitz an der Moskauer Straße in Schönebeck hat. Für alle Probleme, die mit der jeweiligen Behinderung zusammenhängen, bietet der Verband Hilfestellung. Sei es bei der Einstufung des Pflegegrades oder beim Beantragen eines Schwerbehindertenausweises.

Immer wichtiger ist auch der Bereich Betreuung geworden. Der ABiSA bietet einen Begleitdienst an und unterhält in Schönebeck drei Begegnungsstätten. In Zusammenarbeit mit dem Diakonieverein kommen großteils Selbsthilfegruppen im „Haus Luise“ an der Moskauer Straße zusammen. Auch der Punkt 12 in der Altstadt und die Begegnungsstätte an der Straße der Jugend sind beliebte Treffpunkte.