Wenn der Bierer Berg zum Schwarzwald wird

21. Schönebecker Operettensommer vom 24. Juni bis 23. Juli

Die Kirschtorte ist super lecker, die Kuckucksuhr etwas verstaubt, der Bollenhut Pflicht für jedes Mädel… Das Bild des Schwarzwaldes ist schnell gezeichnet. Doch manche Klischees sind längst überholt. Erst recht, wenn der Schwarzwald auf den Bierer Berg umzieht. Vier Wochen lang bildet die Freilichtbühne des Heimattiergartens die Kulisse für das “Schwarzwaldmädel”. Die Mitteldeutsche Kammerphilharmonie bringt die Operette von Leon Jessel auf die Bühne. Premiere für den 21. Schönebecker Operettensommer ist am Samstag, 24. Juni.

Bühnenbildner Toto und seine Schwarzwaldmädels mit Bollenhut.

“Das war eine große Herausforderung für mich.” In gut drei Jahrzehnten seiner Tätigkeit ist ihm das “Schwarzwaldmädel” noch nie begegnet. Und so machte sich Bühnenbildner Toto im Vorfeld der Kulissenplanung auf in den Süden Deutschlands. Und stellte schnell fest, dass die Traditionen zwar bewahrt werden, aber längst nicht täglich allgegenwärtig sind. Toto sieht im Schwarzwald eher den Black Forest. Er geht in seinem Bühnenbild weg von den  verstaubten Klischees hin zu einer modernen, lebendigen Region. Und so hat er seinem Schwarzwaldmädel auf der Bühne auch eine Tätowierung verpasst. Wie Bollenhut und Tattoo zusammenpassen und dabei die tiefe Sehnsucht nach Heimat nicht verloren geht, werden die Zuschauer des 21. Schönebecker Operettensommers ab 24. Juni live miterleben können.

Regisseurin Katharina Kutil freut sich auf die Geschichte, die ziemlich nah an der Realität sei; aber auch zu grotesk, um wahr zu sein. Es gibt zahlreiche Liebeswirren beim traditionellen Cäcilienfest in der Schwarzwaldgemeinde St. Christoph. “Wir haben viel Spaß bei den Proben”, verriet die Wienerin während der Pressekonferenz am 1. Juni, die vor dem fast fertiggestellten Bühnenbild stattfand. Diesen Spaß wird das Ensemble mit Sicherheit auf das Publikum übertragen. Für die Musik sorgt in bewährter Form das Orchester der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie. “Es ist wichtig, eine Show auf die Bühne zu bringen”, sagt Chefdirigent Gerard Oskamp. Vom staubigen Image, das eine Operette bisweilen ausstrahle, wollte er sehr schnell wegkommen. Das gelang mit seinem Einstieg mit der jazzigen “Maske in Blau” 2014 , ging weiter mit dem “Weißen Rössl” 2015 und das war auch im vergangenen Jahr bei der “Fledermaus” zu erleben. Das “Schwarzwaldmädel” ist eher klassisch. Mit der Harfe als besonderem Instrument werde aber für eine romantische Atmosphäre gesorgt.

Ein Teil des Ensembles war bei der Pressekonferenz dabei und gab kleine musikalische Kostproben, die die Vorfreude steigerten. Bislang sind rund 71 Prozent der Tickets verkauft. Es gibt aber für jede Vorstellung noch Karten.

Der Operettensommer auf einen Blick

Vorstellungen
vom 24. Juni bis 23. Juli 2017
jeweils mittwochs bis sonntags 16 Uhr
Freilichtbühne Bierer Berg

Kartenvorverkauf
im Orchesterbüro der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie
Tischlerstraße 13 a, Schönebeck
Mo und Do 9 bis 16 Uhr
Fr 9 bis 13 Uhr

Kartenpreise
25 Euro, ermäßigt 23 Euro
Gruppen ab 20 Personen: 23 Euro pro Person