Die „Königin der Operette“ zum Jubiläum

20 Jahre Schönebecker Operettensommer: „Die Fledermaus“ flattert über den Bierer Berg

(sli). Die beeindruckende Kulisse steht bereits und spiegelt gekonnt geschönte Welt auf der linken Bühnenseite und natürlichen Verfall auf der rechten wider. TOTO, der in seiner jahrzehntelangen Bühnenbild-Laufbahn schon zum vierten Mal „Die Fledermaus“ in ein passendes Outfit hüllt, gehört schon zum Inventar des Schönebecker Operettensommers. Was vor 20 Jahren mit fünf Vorstellungen vor knapp 1.600 Zuschauern begann, ist längst zum einzig wahren Operettenfestival nördlich von Wien avanciert. Das Open-Air-Event hat in all den Jahren rund eine Viertelmillion Besucher auf den Bierer Berg gelockt  – nicht nur aus Schönebeck, sondern aus aller Herren Bundesländer.

Das Bühnenbild steht, die Proben laufen auf Hochtouren. Am 25. Juni beginnt der 20. Schönebecker Operettensommer.

Das Bühnenbild steht, die Proben laufen auf Hochtouren. Am 25. Juni beginnt der 20. Schönebecker Operettensommer.

Von Beginn an dabei ist Hans-Jörg Simon. Für den Geschäftsführer der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie ist der Operettensommer „eine ganz besondere Sache“. Im ersten Jahr habe er noch ehrenamtlich mitgearbeitet, meinte er beim Pressegespräch drei Wochen vor der diesjährigen Premiere und sprach von einer erfolgreichen Geschichte, die vom Ambitionismus des Orchesters, der jeweiligen Dirigenten und des Ensembles in seiner Professionalität von Jahr zu Jahr gestiegen ist. Und so ist das Ziel, in diesem Jahr vielleicht einmal die 20.000-Besucher-Marke zu knacken, auch gar nicht so vermessen. Im Sommer 2015 schauten immerhin rund 19.000 Zuschauer „Im weißen Rössl“ vorbei.

Haben sich die Veranstalter in den zurückliegenden Jahren mehr Richtung Broadway orientiert, kehren sie mit „Die Fledermaus“ von Johann Strauß zur klassischen Operette zurück. Und hoffen auf eine mindestens genauso große Resonanz. „Die Musik ist schon sehr flott“, verspricht Gerard Oskamp. Der künstlerische Leiter und Chefdirigent der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie verriet, dass er „Die Fledermaus“ schon immer einmal dirigieren wollte und freut sich auf die Premiere am 25. Juni und die weiteren 21 Vorstellungen. Oskamp arbeitet dabei Hand in Hand mit Regisseurin Katharina Kutil. Verständigungsprobleme haben der Niederländer und die Österreicherin dabei nicht, arbeiten sie doch schon seit drei Jahren erfolgreich zusammen.  Für Kutil, die Regie führt und als Frosch auf der Bühne steht, ist „die Königin der Operette“ eine Herausforderung. „Man muss diesem Stück mit Respekt begegnen“, meinte sie, bevor sie das Ensemble kurz vorstellte.

Doch worum geht es in der Operette? Die Ankündigung klingt verwirrend und verheißungsvoll zugleich. „Man nehme: einen heißblütigen Tenor, einen falschen Marquis, einen falschen Chevalier, eine falsche ungarische Gräfin und eine ebenso falsche Schauspielerin, einen echten russischen Prinzen, einen nach Rache dürstenden Freund, gieße etwas Champagner hinzu, schüttle alles kräftig im Walzertakt – und fertig ist „Die Fledermaus“!

Vorstellungen: vom 25. Juni bis 24. Juli immer mittwochs bis sonntags, 16:00 Uhr auf der Freilichtbühne am Bierer Berg
Sondervorstellung „Operette für Kinder“ am Sonntag, 10. Juli, 11:00 Uhr
Ticketshttp://www.mitteldeutsche-kammerphilharmonie.de/operettensommer/kartenverkauf/