Energiewende: Verbraucher zahlen

Dreikönigstreffen der FPD mit Schwerpunktthema Strompreis

Alle Jahre wieder steigen die Strompreise. Ein Trend, der sich mittelfristig nicht ändern wird. Im Gegenteil. Die Energiewende und mit ihr einhergehende Umlagen sind nur eine Ursache dafür.

Bei ihrem Dreikönigstreffen setzten sich die Mitglieder der Schönebecker FDP mit dem Thema auseinander. Im Podium hatten mit dem einstigen Landeswirtschaftsminister Horst Rehberger, Stadtwerke-Geschäftsführer Friedrich Husemann, „aspekt“-Chefredakteur Rolf-Dietmar Schmidt, G&G Elektrobau-Geschäftsführer Olaf Galuhn und Logilux-Geschäftsführer Thomas Hensel kompetente Gesprächspartner Platz genommen. Sie waren sich einig, dass die Energiewende Geld kostet und die Strompreise zwangsläufig mittelfristig steigen müssten.

Langfristig könnten sie sich jedoch stabilisieren oder sogar wieder sinken.

Deutschlandweit sind sich auch die Verbraucher einig, wie bundesweite Umfragen ergeben haben: Energiewende ja, Strompreiserhöhung nein. Doch genau das sei eben nicht möglich, sagen die Experten. EEGUmlage, Offshore-Umlage, Abschaltungsumlage… „Da ist eine Dynamik erreicht worden, die in den nächsten Jahren von sinkenden Preisen wenig erahnen lässt“, prognostiziert Husemann. Das Signal sei deutlich: Die Preise würden mittelfristig nur in eine Richtung gehen: nach oben. Von der medialen Panikmache hält Geschäftsmann Hensel nichts. In den zurückliegenden zehn Jahren habe es seinen Worten zufolge jährlich Preissteigerungen von durchschnittlich 6,94 Prozent gegeben. Wenn nun von 70 Prozent in den nächsten zehn Jahren gesprochen werde, sei der jährliche Wert ähnlich. „Es wird sich nicht vermeiden lassen, dass wir alle tiefer in die Tasche greifen.“ Ernüchternde Worte, die nicht alle im Tagungsraum des Hotels Domicil gern hören wollten. Schließlich sind es letztendlich die Verbraucher, die wieder einmal zur Kasse gebeten werden.

„Wir als Betrieb profitieren von der Energiewende“, gab Elektrobau-Chef Galuhn zu. Für seine Firma sei mit dem Bau von Photovoltaikanlagen ein neuer Bereich hinzugekommen. Ob Solaranlagen tatsächlich effektiv sind, darüber waren sich die Experten indes uneinig. Husemann hält sie in hiesigen Breitengraden für „sinnlos“. Solarenergie sei dort sinnvoll, wo die Sonne nahezu immer scheine. Subventionen hin, Abnahmegarantien her: Solarstrom und –wärme nimmt immer weiter zu in Deutschland. Bis 2050 sollen 80 Prozent der Energie in Deutschland aus regenerativen Quellen kommen. Eine große Aufgabe für die Politik, die mit nicht geringen Kosten einhergeht.

 

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