Frohse – kleiner Ort geht fast baden

THW-Leute reagieren bei leckerem Frühstücksbuffet blitzschnell

„Ich hatte richtig Angst.“ Eva Mariani steht auf der Terrasse ihres Hauses in Frohse. Es ist Mittwoch, der 12. Juni. Heute bleiben ihre Füße trocken. THW-Mitglieder aus aller Herren Bundesländer räumen unzählige Sandsäcke weg – das Wasser noch vor Augen. Es hat sich inzwischen etwas zurückgezogen, steht aber noch im Garten.

Frohse – kleiner Ort geht fast baden

Frohse – kleiner Ort geht fast baden

Drei Tage, nachdem die Frohsianer die Welle haben kommen sehen, fällt es ihnen immer noch schwer, so etwas Ähnliches wie Normalität einkehren zu lassen. Zu frisch sind die Erinnerungen an den Sonntag, 9. Juni, als der Elbpegel seinen Höchststand erreichte und das Wasser von allen Seiten kam. Auf der einen Seite die Elbe, auf der anderen der Solgraben. Stunden zwischen Hoffen und Bangen liegen hinter der Physiotherapeutin. Aber auch Stunden des Zusammenhalts.

Schon ein paar Tage vor dem Überschwappen waren THW-Kräfte in Frohse im Einsatz. Sandsäcke en masse an den Straßen rändern, Gehwegen und vor Häusern zeugen noch Mitte Juni davon, wie hart hier gegen das Hochwasser gekämpft wurde. Eva Mariani und ihr Nachbar Karsten Hellrung kümmerten sich um die Versorgung der Männer. Es wurde unter anderem gerillt. Einen Trupp, der seine Arbeit am Sonnabend beendete, luden sie für den Morgen danach zum Frühstück ein. Mit viel Liebe bereiteten die Frohsianer Frauen ein riesiges Buffet vor.

Die THW-Leute nahmen die Einladung gerne an. Das Frühstück hatte gerade gut begonnen, da hieß es aus der Menge plötzlich „Das Wasser kommt“, erinnert sich Eva Mariani. „Ich habe alles stehen und liegen lassen und bin aufgesprungen.“ Und das taten auch die THW-Männer. Eigentlich schon so gut wie auf dem Heimweg, zogen sie ihre Arbeitskluft an, packten ihre Pumpen aus und begannen den harten Kampf. Das Wasser stand inzwischen überall. Doch der Einsatz zahlte sich aus. „Sie haben unsere Häuser gerettet.“ Zwar ist das Mauerwerk außen und innen feucht, aber es gibt weder Schlamm noch stehendes Wasser. Glück im Unglück! Eva Mariani ist sich sicher, dass es schlimmer ausgegangen wäre, wären die THW-Leute nicht zum Frühstück gekommen und hätten dann blitzschnell reagiert. Auch solche Geschichten schreibt die Flut 2013.

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