Für ein schöneres Stadtbild

SWB wirkt mit innovativen Konzepten dem Wohnungsleerstand entgegen

Die Einwohnerzahlen gehen zurück, der Wohnungsleerstand steigt. Eine Entwicklung, die kaum aufzuhalten scheint. Jährlich verliert die Stadt zwischen 480 und 550 Einwohner. Zum Anfang des Jahres waren rund 3.500 Wohnungen in Schönebeck unbewohnt. Zahlen, die zeigen, dass der demografische Wandel längst angekommen ist.

Ein Giebel der Kinderstube beschreibt malerisch den Herbst und Winter.

Ein Giebel der Kinderstube beschreibt malerisch den Herbst und Winter.

Die SWB Städtische Wohnungsbau GmbH arbeitet daran, ihre Bestände zu reduzieren. Ein Mix zwischen Rückbau und Sanierung beziehungsweise Neubau ist das Erfolgsrezept. So sind in den vergangenen Jahren schon mehrere Quartiere in der Altstadt aufgewertet worden. Im Gespräch mit der Salzperle blickt Geschäftsführerin Sigrid Meyer zurück und voraus. „Jeder Leerstand prägt unser Stadtbild.“ Sigrid Meyer kennt die Probleme, die mit dem demografischen Wandel einhergehen, aus erster Hand.

Sie und ihr Team der SWB sorgen seit Jahren mit ihren innovativen Konzepten dafür, dass weniger Wohnungen leer stehen. Eines der gelungenen Beispiele ist die Krausestraße. In den Gebäuden 29 – 33 haben sie vor gut zehn Jahren die erste betreute Wohnanlage geschaffen. Wenige Zeit später kam in der gleichen Straße eine Wohngruppe hinzu, in der Behinderte mit normalen Mietern leben – ein beispielgebendes Projekt gemeinsam mit dem CJD. Und vor drei Jahren wurde in der Krausestraße 28 ein kompletter Block saniert, in dem geistig behinderte Jugendlich mit normalen Mietern wohnen.

Das Modellprojekt an der Lutherstraße.

Das Modellprojekt an der Lutherstraße.

„Das ist gelebte Integration“, freut sich Sigrid Meyer, dass das Zusammenleben so gut funktioniert. Mindestens genauso etabliert hat sich die altengerechte Wohnanlage an der Dr.-Martin-Luther-Straße 44 – 50 und 56 – 60. Das Modellprojekt, gefördert vom Land Sachsen-Anhalt, ist mit Fahrstühlen und Laubengängen ausgestattet. Und genau diese hätten sich zu Kommunikationsgängen entwickelt. Breit genug, konnten die Bewohner dort Tische und Stühle aufstellen – und kommen mit Nachbarn ins Gespräch.

Unweit entfernt, von Hausnummer 37 – 41, ist die Kinderstube entstanden. Hier wohnen Familien mit Kindern. Gemeinschaftsräume, ein integrierter Spielplatz und Terrassen im Gartenbereich sorgen dafür, dass auch hier die Kommunikation nicht zu kurz kommt. Mit Liebe zum Detail sind die Giebel anhand von Kinderzeichnungen gestaltet, die Bäder sind kindgerecht gebaut worden. Jüngst fertig gestellt ist das Objekt am Markt. Die Gebäude gegenüber, Markt 15 – 16, hat die SWB gekauft.

Sie sollen weichen und neuen Wohngebäuden Platz machen. Der Architektenwettbewerb läuft bereits. „Wir hoffen, dass es eine Initialzündung ist für weitere Baumaßnahmen“, wünscht sich Sigrid Meyer, dass sich Nachahmer finden, um die Stadt aufzuwerten. Baustart soll nächstes Jahr sein. Noch in der Planungsphase befindet sich ein Projekt im Bereich der so genannten Junkersiedlung, an Krause- und Lutherstraße. Wo wochenlang Abrissbagger aktiv waren, sollen in den nächsten vier bis fünf Jahren fünf Häuser mit je zwölf hochwertigen Wohnungen entstehen. „Es gibt jetzt schon Nachfragen“, sagt Sigrid Meyer.

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