Heiße Rhythmen und sportliche Höchstleistungen

Beim SoleCup wurde ein Stück Olympia nach Schönebeck geholt / Deutsche und internationale Athleten präsentierten sich in guter Form

(akb). Der SoleCup hat einen ganz besonderen Reiz. Er holt Spitzensport nach Schönebeck, bietet den Werfern beste Bedingungen und so nah wie hier kommt man den Sportlern sonst selten. Deshalb lockte die Veranstaltung Ende Juli bereits zum 11. Mal nicht nur die Topathleten in den Disziplinen Diskuswurf, Kugelstoßen und Hammerwurf, sondern auch eine Vielzahl sportbegeisterter Zuschauer in das Stadion an der Magdeburger Straße. Schon vor dem offiziellen Beginn des ersten Wettkampfs hatte sich eine bemerkenswerte Schlange am Einlass gebildet, während die Tribüne zu diesem Zeitpunkt bereits vollständig besetzt war. Die Trommler und Tänzer der Gruppe Tangara Brasil Dance aus Berlin verbreiteten mit heißen Samba-Rhythmen brasilianische Stimmung vor dem Zuschauerpodium und animierten das Publikum zum Mitmachen, während die Diskuswerfer sich für ihren Einsatz bereit machten.

Die Tänzerinnen von Tangara Brasil Dance brachten Südamerika nach Schönebeck.

Die Tänzerinnen von Tangara Brasil Dance brachten Südamerika nach Schönebeck.

„Von Schönebeck nach Rio ist es nur ein Katzensprung“, eröffnete Moderator Frank Sieweck die Veranstaltung. Gemeinsam mit den Vertretern der Sponsoren betonte er in seiner Begrüßungsrede, wie sehr die Veranstaltung den Wert des Standortes Schönebecks erhöhe und verdeutliche. Gerade deshalb sollte auch das Publikum dafür sorgen, dass Schönebeck und der Salzlandkreis den Sportlern in Erinnerung bleiben würden. Bereits beim Diskuswurf zeigte sich die Qualität des Wettkampfes. Fünf der angetretenen Sportler werden auch bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro ihr Können unter Beweis stellen. Nach der Vorstellung der Athleten, die vom Publikum begeistert beklatscht wurden, entspann sich vor allem unter den Frauen ein spannendes Duell, dessen Ausgang bis zum Ende ungewiss blieb. Julia Fischer vom SCC Berlin konnte sich schließlich mit einer Weite von  67,47 Metern durchsetzen und verwies die Australierin Dani Samuels (67,02 Meter) auf Rang zwei, Nadine Müller vom SV Halle musste sich bei einer Weite von 66,84 Metern mit Rang drei zufriedengeben. Als Verlierer fühlte sich nach diesem Wettkampf auf Weltklasse-Niveau jedoch niemand und die Sportlerinnen gratulierten sich herzlich zu den erreichten Ergebnissen. Die männlichen Diskuswerfer konnten im Gegensatz zu den Frauen keine Bestleistungen abrufen. Olympiateilnehmer Robert Harting (ebenfalls vom SCC Berlin) gewann nach vier Fehlversuchen mit einer Weite von 66,95 Metern. Platz zwei belegte Daniel Jasinski vom TV

Robert Harting animierte das Publikum zum rhythmischen Klatschen.

Robert Harting animierte das Publikum zum rhythmischen Klatschen.

Wattenscheid. Für die Lokalmatadore Martin Wierig und David Wrobel reichten die Weiten von 62,63 Metern und 61,34 Metern nur für Platz drei und vier. „Die Würfe, die im Netz gelandet sind, waren eigentlich nicht so schlecht. Jetzt freue ich mich auf etwas Ruhe bis zum Start in Rio, denn zuletzt war ich doch etwas genervt von den Ereignissen links und rechts“, resümierte der Sieger Harting.

Die Sambatänzer verkürzten die Zeit bis zum nächsten Wettkampf, und so ging es gefühlt direkt mit dem Kugelstoßen weiter. Die Zuschauer standen dicht gedrängt, um den besten Blick auf die Sportler zu erhaschen und feuerten sie begeistert an. Wetter und Stimmung waren super als die hochkarätige Besetzung ihr Bestes im Ring gab. Die Chinesin Lijiao Gong, Vize-Weltmeisterin vom SC Neubrandenburg, schaffte es in ihrem letzten Versuch, Christina Schwanitz vom LV 90 Erzgebirge zu übertrumpfen und gewann mit einer Weite von 19,73 Metern vor der amtierenden Weltmeisterin, die ihre Kugel 19,71 Meter weit stieß. Platz drei belegte Yang Gao, ebenfalls vom SC Neubrandenburg, mit einer Weite von 18,73 Metern.

David Storl präsentierte sich fit für die Olympischen Spiele.

David Storl präsentierte sich fit für die Olympischen Spiele.

Bei den Männern siegte David Storl, der 2012 in London Olympisches Silber holte, deutlich mit einer Weite von 21,23 Metern und zeigte sich bestens gerüstet für die bevorstehenden Spiele in Rio. Hinter ihm belegten Tobias Dahm vom Vfl Sindelfingen (19,84 Meter) und Dennis Lewke vom SC Magdeburg (18,96 Meter) die Plätze zwei und drei.

Das letzte sportliche Highlight des Abends folgte auf dem Fuß: der Hammerwurf. Unter den Männern konnte sich leider niemand für Olympia qualifizieren, dafür waren drei weibliche Teilnehmerinnen anwesend, für die der SoleCup ihre letzte Station auf dem Weg nach Rio darstellte. Die drei Sportlerinnen von der LG Eintracht Frankfurt lieferten solide Leistungen ab. Betty Heidler, die erste deutsche Weltmeisterin im Hammerwurf, gewann mit 73,21 Metern vor Kathrin Klaas (68,28 Meter) und Carolin Paesler (66,12 Meter).

Auch der Zuschauer-Cup war ein voller Erfolg und lockte die aktiven Teile des Publikums an die Sportgeräte. Abgerundet wurde die Veranstaltung durch die stimmungsvolle Verabschiedung der Olympiateilnehmer nach Rio de Janeiro.

Weitere Impressionen vom SoleCup in unserer Bildergalerie.

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