Hilfestellung beim Kampf gegen die Sucht

AWO-Suchtberatung seit über 20 Jahren im Einsatz

(lp). Stefanie Fiedler hat eine enorm große Zigarettenpackung vor sich sowie einen Koffer. Darin befinden sich weitere Materialien, die sie für Projekttage an Schulen braucht. Denn sie ist Fachkraft für Suchtprävention beim AWO Kreisverband Salzland. In der ambulanten Beratungsund Behandlungsstelle für Suchtkranke und Suchtgefährdete in Schönebeck kümmern sich Stefanie Fiedler und ihre Kollegen um alle Fragen rund um das Thema Sucht. Dabei spielt es keine Rolle, wie alt die Betroffenen sind, aus welchem Teil des Salzlandkreises sie kommen oder um welche Sucht es sich handelt.

Katrin Bock (l.) und Stefanie Fiedler mit Materialien zur Suchtprävention. Beide setzen sich für ein Leben ohne Drogen ein.

Katrin Bock (l.) und Stefanie Fiedler mit Materialien zur Suchtprävention. Beide setzen sich für ein Leben ohne Drogen ein.

Die Aufgabe von Stefanie Fiedler besteht darin, durch die von verschiedenen Schulen ausgerichteten Projekttage und Aktionen, auf die Suchtproblematik aufmerksam zu machen. „Das Hauptaugenmerk hierbei liegt in der Ausbildung von so genannten Multiplikatoren, also Lehrern, Erziehern oder Eltern. Das sind Menschen, die das Wissen um die Gefahren von Drogen an andere weitergeben.“, so die Fachkraft für Suchtprävention.

In die Beratungsstelle selbst kommen Menschen, die Probleme mit Alkohol, Medikamenten, Drogen, Essstörungen und auch mit Glücksspiel oder Tabak haben. Die Gründe für die Hinwendung zur Suchtberatungsstelle sind vielfältig: Es können Auflagen seitens der Justiz oder vom Arbeitgeber vorliegen, die Betroffenen kommen freiwillig oder es wird Druck von
der Familie ausgeübt, endlich die Abhängigkeit zu erkennen. Die Arbeit von Kathrin Bock, Sozialpädagogin und Therapeutin, setzt genau hier an. „Die erste Frage lautet dann: Warum sind
Sie hier?“, so die Therapeutin. Dies soll in Gesprächen geklärt werden. Dabei erzählen die Suchtkranken von sich selbst und ihrem Leben. „Hier erkennen wir oft schon die tiefer liegenden Gründe für die Sucht und können dann mit dem oder der Betroffenen überlegen, welche Behandlungsmethode am besten ist. Das heißt dann, reicht eine ambulante Therapie oder ist eine stationäre Behandlung sinnvoll?

Und wie geht es danach weiter?“ Eines liegt den Mitarbeitern der AWO Suchtberatungsstelle besonders am Herzen. Sie wollen die allgemeine Sensibilität für Süchte erhöhen. Alkohol und Tabak sind gesellschaftlich akzeptierteDrog en. Aber auch das tagtägliche Rauchen ist Zeichen einer Sucht, bei privaten oder öffentlichen Feiern sollten alkoholische Getränke nicht immer die erste Wahl sein. Dies zeigt auch, wie schwierig es ist, Süchte immer als solche zu erkennen.„De r Grad zur Abhängigkeit hin ist oft sehr schmal“, so Kathrin Bock.

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