„Ich brenne für meine Arbeit“

Eckhard Henschel hat seinen Metallbaubetrieb ganz nach vorn gebracht

Er könnte eigentlich schon seinen Ruhestand genießen. Doch daran denkt Eckhard Henschel noch lange nicht. 1979 hat der heute 63-Jährige den väterlichen Metallbaubetrieb übernommen. Unter seiner Führung ist das Unternehmen, das seit fünf Generationen in Familienhand ist, stetig gewachsen. Metallkonstruktionen made in Tornitz genießen weit über die deutschen Ländergrenzen hinaus einen hervorragenden Ruf.

Alter: 63 Jahre, Werdegang 1967 – 1969: Schlosserlehre 1969 – 1971: Studium zum Schweiß-Ingenieur 1971 – 1977: Arbeit in Metallbaubetrieben seit 1979: Leitung des väterlichen Betriebs in Tornitz

Alter: 63 Jahre, Werdegang 1967 – 1969: Schlosserlehre 1969 – 1971: Studium zum Schweiß-Ingenieur 1971 – 1977: Arbeit in Metallbaubetrieben seit 1979: Leitung des väterlichen Betriebs in Tornitz

Aber auch in der Heimat tragen einige Bauwerke die Handschrift des Metallbaus Henschel. „Sie wiegt 60 Tonnen.“ Eckhard Henschel deutet auf ein Bild an seiner Bürowand. Die Salzblume ist darauf zu sehen. Das Schönebecker Wahrzeichen wurde vom Metallbau Henschel gebaut. Genau wie die Stelen auf dem Salzblumenplatz. Treppen und Geländer des Salzturmes sind ebenfalls in Tornitz entstanden. Vor zwei Jahren hat die Firma bei der Sanierung des Pretziener Wehrs Hand angelegt. „Das war eine richtige Herausforderung“, erinnert sich Eckhard Henschel an das Riesenobjekt.

Und auch an der neuen Elbauenbrücke haben die Tornitzer mitgebaut. Der Erfolg kommt nicht von ungefähr. Sicher sei auch das nötige Quäntchen Glück dabei gewesen. Aber auch ein Gespür für gute Aufträge und viel Fleißarbeit haben dazu beigetragen, dass aus einem kleinen Handwerksbetrieb ein mittelständisches Unternehmen gewachsen ist.

Als 1989 die Mauer fiel, beschäftigte der Schweiß-Ingenieur 12 Leute, heute sind es 125. „Wenn man gute Arbeit macht, spricht sich das eben rum“, erklärt Eckhard Henschel das scheinbar einfache Erfolgsrezept. Eine große Discounterkette, die europaweit Läden betreibt, zählt genauso zu seinen Kunden wie deutsche Konzerne. Zu realsozialistischen Zeiten arbeitete der damals kleine Betrieb für die größten Schönebecker Werke. Traktoren-, Dieselmotoren- und Betonwerk sind längst von der Bildfläche verschwunden.

Auch auf der neuen Elbauenbrücke war das Team des Metallbaus Henschel aktiv.

Auch auf der neuen Elbauenbrücke war das Team des Metallbaus Henschel aktiv.

„Uns hat man damals gar nicht so richtig wahrgenommen“, sagt Eckhard Henschel rückblickend. Doch im Gegensatz zu den nicht mehr existenten Betrieben hat sich seine Firma in eine ganz andere Richtung entwickelt: kontinuierlich aufwärts. Das erfüllt den Inhaber zu Recht mit Stolz. Auch wenn die Auftragslage super ist und er sich auf sein Team sowie auf modernste Technik verlassen kann: Der 63-Jährige denkt noch lange nicht daran, sich zur Ruhe zu setzen. Jeden Morgen um halb sechs ist er in der Firma. Meistens bleibt er bis 22 Uhr. Ein normaler Arbeitsalltag, den er nicht missen möchte. „Ich wohne ja um die Ecke.“ Mindestens zehn Jahre wolle er noch weitermachen. Die Arbeit mache ihm immer noch Spaß. Stress wandelt Eckhard Henschel in positive Energie um. „Ich brenne für meine Arbeit“, sagt er. Die Leidenschaft, mit der er täglich in den Tag startet, hat er auch außerhalb des Betriebes verinnerlicht.

Gesellschaftliches Engagement ist für ihn Herzenssache. Nach der politischen Wende hat er sein Heimatdorf vier Jahre lang als Bürgermeister in die Erfolgsspur geführt. Jahrelang war er zudem im Kreistag. Und noch immer ist er Landesinnungsmeister der Metallbauer. Auszeiten scheint er tatsächlich nicht zu brauchen. Wenn er sich doch einmal Urlaub gönnt, dann meistens nur ein paar Tage. Es sei ihm schlichtweg zu langweilig, länger fort zu bleiben. Seit Jahren engagiert sich der Firmeninhaber auch für junge Künstler.

Er hat vor Jahren die Auch auf der neuen Elbauenbrücke war das Team des Metallbaus Henschel aktiv. Biennale, ein Kleinkunstfestival, mit initiiert. Auf seinem Firmenareal befindet sich der „Mittelpunkt Sachsen-Anhalts“, den Eckhard Henschel aufgebaut hat. Dieser lässt viele Radfahrer, die den Elbe-Saale-Radwanderweg passieren, stoppen. Sie werden bald noch länger verweilen. Denn der 63-Jährige plant, daneben eine alte Mühle wieder aufzubauen. „Die Flügel sollen sich wieder drehen“, blickt er in die Zukunft. Wer den engagierten Tornitzer kennt, weiß, dass ihm das auch gelingen wird.