Nasse Keller: Lösungsvorschläge vorgelegt

Erste öffentliche Versammlung des Verbunds der BI Grundwasser – Unzufriedenheit mit der Stadt

„Wir brauchen jetzt schnelle Lösungen.“ So richtig zufrieden konnte Heike Lorenz nach der ersten öffentlichen Versammlung des Verbunds der BI Grundwasser nicht sein. Aber es war ein Anfang. Viele Probleme und Vorschläge kamen auf den Tisch, berichtet die 2. Stellvertreterin des Verbunds. Prof. Frido Reinstorf von der Hochschule Magdeburg-Stendal schlug Maßnahmen vor, die vom Umweltministerium mit – finanziert werden sollen. Diese sehen verschiedene Varianten vor, das Wasser fern zu halten. Ein Abfanggraben an der B 246a mit Tiefendrainage ist angedacht. Zudem könnten Grundwasserhaltungen im Anstromgebiet Felgeleben/ Sachsenland, Streitfeld und Bad Salzelmen errichtet werden. Ferner könnte ein Siel- bzw. Schöpfwerk vor der Einmündung des Solgrabens in die Elbe aufgebaut werden. Eine Sohlregulierung des Randelgrabens stand darüber hinaus genauso zur Debatte wie Anpassungsstrategien landwirtschaftlicher Flächennutzung.

Im Vorfeld der Versammlung haben mehrere Untersuchungen stattgefunden. Das Gebiet umfasst 206 Quadratkilometer und bezieht sich auf den gesamten Elbe-Havel-Winkel. Untersucht wurden Grund – wassermessstellen, Bohraufschlüsse, hydraulische Leitfähigkeiten und Porositäten. Die Grundwasserströmungsrichtung wurde ermittelt. „In Bad Salzelmen soll es im Bereich des Kurparkes eine Brunnenlösung geben“, so Heike Lorenz. Für Felgeleben wurde eine 3-Brunnenvariante favorisiert. Dazu seien aber noch umfangreiche Detailuntersuchungen notwendig. Die Diskussion verlief rege. Von Seiten der Betroffenen sei deutlich gemacht worden, dass endlich etwas passieren müsste. Schimmelbildung und Nässe im Wohnbereich könnten gesundheitliche Folgen haben.

Von Bronchitis über Lungenerkrankungen bis zu Asthma wurde gesprochen. Die Stadt musste sich Vorwürfe gefallen lassen. Henrik Scheffler, bei der Stadt für das Grundwassermanagement verantwortlich, meinte, dass Erosion und Vernässung koordiniert und gemeinsame Lösungen gefunden werden müssten. Am 22. April soll es eine Einwohnerversammlung im Dr.-Tolberg-Saal zu dem Thema geben. Betroffene und Interessierte sind ab 17:00 Uhr willkommen. Heike Lorenz bedauerte, dass Scheffler keine konkreten Fakten darlegen konnte. Die Mitglieder des Verbunds der BI werden sich weiter für trockene Keller einsetzen. Die erste öffentliche Versammlung zu dem Thema soll nicht die letzte gewesen sein.