Neue Verkehrsregelung auf gutem Weg

Marktplatz als „Shared Space“: Zahl der Regelverstöße ist rückläufig

(akb). Seit gut drei Monaten ist der neugestaltete Marktplatz für den Verkehr freigegeben – mit einem in Sachsen-Anhalt bisher einzigartigen Konzept. Laut dem sogenannten „Shared Space“ Prinzip sind hier nun sowohl Fußgänger als auch Fahrrad- und Autofahrer gleichberechtigt. Damit das funktionieren kann, ist gegenseitige Rücksichtnahme und die Beachtung der Regeln von essentieller Wichtigkeit. Das klappt jedoch noch nicht immer.

Erwischt! Wer auf dem Marktplatz zu schnell unterwegs ist muss mit einer Verwarnung und Geldstrafe rechnen.

Erwischt! Wer auf dem Marktplatz zu schnell unterwegs ist muss mit einer Verwarnung und Geldstrafe rechnen.

Seit Anfang Mai präsentiert sich der Markt durchweg positiv. Hell, freundlich und modern, ein Platz, der zum Verweilen und Flanieren einlädt und von den Bürgern der Stadt gut angenommen wird. Einziger Wermutstropfen ist die Nichtbeachtung der neuen Verkehrsregeln und –schilder durch einige Straßenteilnehmer. „Da das Ordnungsamt für das gesamte Stadtgebiet verantwortlich ist, kann es natürlich nicht jederzeit alles überwachen“, sagt Dezernent Joachim Schulke. Zur Unterstützung sei die Polizei bereits sehr häufig tätig gewesen und habe zum Beispiel in Form von Tempokontrollen den Marktplatz überwacht. Dadurch entsteht ein gewisser Druck, der jedoch in den Abend- und Nachtstunden, wenn seltener Kontrollen stattfinden, nachlässt. Deshalb sei es wichtig, Verständnis für das neue Konzept aufzubauen und dabei besonderes Augenmerk auf gegenseitige Rücksichtnahme und Gleichrangigkeit zu legen, so Schulke weiter. Die geltenden Gesetze müssen in jedem Fall eingehalten werden. Dennoch ist der neue Markt kein Unfallschwerpunkt. Zu beklagen sind bis jetzt nur Beschädigungen an den Sitzgelegenheiten, die von Autofahrern beim Aus- und Einparken verursacht wurden.
Auch Oberbürgermeister Bert Knoblauch sind die anfänglichen Probleme bekannt. Die Stadt ist deshalb mit der Bitte um verstärkte Kontrollen an die Polizei herangetreten, welcher auch nachgekommen wurde. Daraufhin wurden einzelne Verwarnungen wegen überhöhter Geschwindigkeit ausgesprochen. „Hier ist es nicht mehr oder weniger gefährlich als anderswo“, lautet die Einschätzung des OB’s. Den Verkehr vom Markplatz auszuschließen sei auch jetzt keine Alternative. Dies würde zum Beispiel weniger Kundschaft für die ansässigen Geschäfte bedeuten. Außerdem gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass der Markt zu einer überobligatorischen Gefahrenstelle geworden ist. Dem stimmt auch Polizeihauptmeisterin Brigitte Horn zu. Einzelne Verkehrssünder, die sich nicht an die vorgeschriebene Schrittgeschwindigkeit halten, gäbe es immer. Zur Erinnerung: Ist Schrittgeschwindigkeit vorgegeben, darf man nicht schneller als 7 km/h fahren. Das gilt nicht nur für Auto-, sondern auch für Radfahrer, die oftmals mit höherem Tempo und Überholmanövern für Gefahrenpotenzial sorgen. Tempokontrollen auf dem Markt werden weiterhin stattfinden, auch sporadisch außerhalb der Dienstzeiten. PHM Horn blickt aber optimistisch in die Zukunft des „Shared Space“: Eine gewisse Eingewöhnungszeit sei normal, die Häufigkeit der Verstöße sei bereits jetzt rückläufig.
Der Erfolg des Konzepts ist vor allem von den Bürgern abhängig. Auch unzulässiges Parken findet leider noch zu oft statt. Erlaubt ist das Parken nur auf den beschilderten Flächen vor dem Lottoladen oder auf den Kurzzeitparkplätzen, die nicht weit vom eigentlichen Marktplatz entfernt sind.

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