Persönliche Zuwendung ist unbezahlbar

Weihnachtsfeier der „Grünen Damen“ / AMEOS-Klinikum dankt für Engagement

(akb). Im Klinikalltag geht es hektisch zu. Alles muss möglichst schnell und effizient erledigt werden, das Arbeitspensum für die Angestellten ist enorm hoch. Zu kurz kommt deshalb leider oft der Kontakt zu den Patienten. Für alles, was über ein paar wenige Worte hinausgeht fehlt schlichtweg die Zeit. Umso glücklicher ist man im AMEOS-Klinikum in Schönebeck deshalb über die Hilfe einiger engagierter Seniorinnen, die den Patienten als „Grüne Damen“ den Aufenthalt im Krankenhaus erleichtern und sich für ihre Belange einsetzen.

Auch Dr. Christine Lehmann, Chefärztin der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, ließ es sich nicht nehmen, Gudrun Schedler mit einem kleinen Präsent für ihr langjähriges Engagement zu danken.

Auch Dr. Christine Lehmann, Chefärztin der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, ließ es sich nicht nehmen, Gudrun Schedler mit einem kleinen Präsent für ihr langjähriges Engagement zu danken.

Wie in jedem Jahr dankte die Klinikleitung den Grünen Damen mit einer Weihnachtsfeier für ihre ehrenamtliche Arbeit. „Wir sind sehr stolz darauf, dass wir sie haben“, sagte Direktor Guido Lenz und betonte vor allem die Konfessionsfreiheit der Schönebecker Grünen Damen, die sie zu einer einzigartigen Institution in Deutschland mache. Die Organisation, die von den Frauen aus eigener Kraft aufgebaut und entwickelt wurde, kompensiere das verloren gegangene Stück Zuwendung und fülle damit eine Lücke, die im Krankenhausalltag entstanden sei, führte Lenz weiter aus. Dafür gebühre den Grünen Damen Dank, nicht nur vom Klinikum, sondern auch von den Patienten.

Nach den Worten des Krankenhausdirektors gab es noch einen Wermutstropfen zu besprechen, der das gemütliche Zusammensein trübte: Gudrun Schedler, Gründerin des Projekts und seit nunmehr elf Jahren einmal wöchentlich bei den Patientinnen in der Frauenklinik tätig, wird aus gesundheitlichen Gründen ihre aktive Tätigkeit vor Ort einstellen. Ihre Nachfolge in der Frauenklinik wird Bärbel Kortt, selbst ehemalige Krankenschwester, antreten. Der Abschied fiel sowohl ihr als auch ihren Mitstreiterinnen sichtlich schwer. Vor allem die Gespräche mit den Patienten haben ihr immer Kraft gegeben. „Das war für mich das Größte“, sagte die 74-Jährige, die sich auch auf politischer Ebene für das Wohl der Patienten engagierte. So stieß sie mit einem Brief an Burkhard Lischka, Bundestagsabgeordneter der SPD, die Debatte um die Kostenübernahme beim Einfrieren von Eizellen im Rahmen einer Krebsbehandlung durch die gesetzlichen Krankenkassen an.  Ein Treffen mit Lischka und Professor Dr. med. Jürgen Kleinstein von der Universitätsklinik für Reproduktionsmedizin und Gynäkologische Endokrinologie fand statt und Lischka versicherte, das Anliegen weiter zu verfolgen und in den Koalitionsverhandlungen im September 2017 aufzugreifen. Ein wichtiger Schritt und ein gutes Beispiel für die Wichtigkeit der Grünen Damen.