Dornröschenschlaf vorbei – Salineinsel „wachgeküsst“

Stadt erschließt Brachfläche / Bürgerpark soll im Sommer 2013 fertig sein

„Die Lage ist so toll!“ Wenn Elisabeth Köllmann über die Salineinsel schlendert, gerät sie ins Schwärmen. In dem jahrelang brach liegenden und als Ablagerungsfläche genutzten Areal zwischen Elbe und Salinekanal  stecke enormes Potenzial, sagt die Landschaftsarchitektin. Vor wenigen Wochen war sie gemeinsam mit Vertretern der Politik, Verwaltung, Bauleuten, weiteren Planern und Vertretern des Landes auf der Insel unterwegs, um das Projekt „Bürgerpark“ genauer in Augenschein zu nehmen. Ein nicht immer ganz unumstrittenes Vorhaben im Rahmen der IBA (Internationale Bauausstellung Stadtumbau Sachsen-Anhalt), das nun aber mehr und mehr wahrgenommen wird.

Mit der Beräumung wurde schon Ende 2010 begonnen. Inzwischen sind Bagger angerollt, entstehen Wege und Flächen. Die Brücke für Fußgänger und Radfahrer als geplante Verlängerung des Elbe-Radwegs ist fast fertig. Langsam aber sicher erwacht die Insel aus ihrem Dornröschenschlaf. „Die IBA war der Prinz, der sie wachgeküsst hat“, bediente sich  Baudezernent Guido Schmidt beim Rundgang einer passenden Metapher. Doch es ist wahrlich kein Märchen, das sich auf dem malerischen Flecken Erde abspielt. Bis spätestens zum Sommer nächsten Jahres soll das Gelände rekultiviert, der Bürgerpark fertiggestellt sein. Rund 2,5 Millionen Euro fließen in das Projekt, das mit EU- und Landesmitteln gefördert wird. Dann können sich Einheimische und Gäste hier treffen, um Beachvolleyball zu spielen, die Natur mit allen Sinnen zu genießen oder sich einfach nur mal eine Auszeit zu gönnen. Für Kinder ist zudem eine 1400 Quadratmeter große Spielfuge geplant. Was auch immer die Menschen dann dorthin lockt: Überall werden sie dem rauen Charme, den das einstige Industrieareal aufweist, begegnen. Denn Planerin Köllmann setzt darauf, großteils mit Abrissmaterialien und Ersatzbaustoffen zu arbeiten, die sich auf der Insel befinden. Und da haben sie und ihr Team auf der 12 Hektar großen Fläche so einiges gefunden. Altes Straßenpflaster, Bahnschwellen oder Bruchsteine kommen zum Einsatz. Wer auf Erkundungstour durch den Park geht, wird bald schon auf Balkone treffen, die den Blick auf die Elbe freigeben, auf ein „Grünes Klassenzimmer“ mit Freilichtbühne oder auf den Ufo-Landeplatz, der zum Verweilen einlädt.

Auch das Herzstück der Insel, das einstige Salzmagazin, bleibt erhalten. Für eine Komplettsanierung fehlt der Stadt das Geld, darum kann an dieser Stelle nur Bestandssicherung betrieben werden. Als Kalthalle kann der Salzschuppen für Märkte, Feste und Foren, aber beispielsweise auch als Bootsschuppen verwendet werden. Die Stadt hofft auf private Investoren. Nicht nur für das Magazin, sondern auch für Außenflächen. Insgesamt stehen 1,4 Hektar für Investoren zur Verfügung. Das könnten Gastronomen sein oder Campingplatzbetreiber. Aber auch Kultur- und Freizeitanbieter sind willkommen.

„Ich hoffe, dass die Schönebecker den Park für sich entdecken und Ideen entwickeln“, wünscht sich Planerin Köllmann. Nicht nur sie hält die Insel für einen „edlen Schatz“. Oberbürgermeister Hans-Jürgen Haase spricht vom „Startpunkt für die weitere Entwicklung.“ Wenn die Sanierung der Altstadt abgeschlossen und der Bürgerpark fertig ist, wird Schönebeck auf jeden Fall um einen Anziehungspunkt reicher sein. Und damit auch seine Attraktivität erhöhen.

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