Sport als Integrationshelfer

Geflüchtete Frauen trainieren Selbstverteidigung und Fitness / Weiterführung des Projekts geplant

(akb). Sie kommen aus Syrien, Afghanistan und dem Iran. 16 Frauen, die nach den Strapazen der Flucht vor allem eins wollen: Endlich ankommen und sich sicher fühlen. Diese Woche half ihnen ein Selbstverteidigungs- und Fitnesskurs in der Franz-Vollbring-Halle dabei, ihrem Ziel einen großen Schritt näher zu kommen. Während des dreistündigen Kurses unter der Leitung von Fitnesstrainerin Silvana Moreno standen neben dem eigentlichen Sport auch die Themen Integration und Stärkung des Selbstbewusstseins im Mittelpunkt.

INtegrationAus religiösen Gründen durften nur Frauen an dem Kurs teilnehmen. Zum Teil unterstützt durch eine Dolmetscherin begann man mit Musik und Fitnessübungen, um später zu Karate und Selbstverteidigung und schließlich zu Gymnastik überzugehen. Den Frauen war die Freude an der Betätigung deutlich anzusehen, sie entledigten sich bald ihrer Kopftücher und powerten begeistert los. Kommuniziert wurde teilweise auch ohne die Hilfe der Übersetzerin, um so die Deutschkenntnisse der Teilnehmerinnen weiter auszubauen.
Auf die Beine gestellt wurde die Veranstaltung vom Verein Integrationshilfe Sachsen-Anhalt e.V., der Migranten im Raum Magdeburg, Schönebeck und Calbe unterstützt. Sportprojekte sind erfahrungsgemäß besonders gefragt, werden jedoch vor allem in kleineren Städten oder Gemeinden nur sporadisch angeboten. Eine Mitgliedschaft, z.B. im Fitnessstudio, können sich die Geflüchteten aus eigener Tasche meist nicht leisten. Auch deshalb soll das erfolgreiche Projekt mit Unterstützung des Landessportbunds in Zukunft weitergeführt werden.