Trauer um Schönebecker Persönlichkeit

Jüdische Zeitzeugin Judy Urman im Alter von 90 Jahren verstorben

Eine traurige Nachricht erreichte die Stadt Schönebeck: Die Holocaust-Überlebende Judy Urman ist am 14. September im Alter von 90 Jahren im Shalom-Park in Aurora, Colorado, verstorben. Sie war die letzte überlebende jüdische Zeitzeugin der Elbestadt und die Schwester von Ruth Lübschütz, die damals wie viele andere Juden während des Holocaust ermordet wurde. Nach ihr wurde der Ruth-Lübschütz-Platz in Schönebeck benannt.

Die letzte aus Schönebeck stammende jüdische Holocaust-Zeitzeugin: Judy Urman.

In einer E-Mail an das Stadtarchiv teilte ihre Tochter Ruth Leland mit: „Liebe Freunde in Deutschland, … Judy hat sich nie wirklich von Ernies Tod erholt und die letzten viereinhalb Jahre waren für sie sehr schwierig gewesen. Wir sind so sehr traurig über ihren Tod, aber dankbar, dass sie jetzt in Frieden ist.“

Gemeinsam mit ihrem Ehemann Ernest gründete sie die Stiftung des „Urman-Peises“ für Schüler für die verantwortungsvolle Aufarbeitung der regionalen Geschichte in der Zeit zwischen 1933 und 1945. Vor drei Jahren erst besuchten Schönebecker Gymnasiasten die jüdische Zeitzeugin in den Vereinigten Staaten. Dieses Jahr war ihre Enkelin Danielle zu Besuch in Schönebeck, um die damalige Heimat ihrer Großmutter und Großtante näher kennenzulernen.

Oberbürgermeister Bert Knoblauch zeigte sich betroffen über die Nachricht und brachte den Angehörigen der Verstorbenen sein Mitgefühl zum Ausdruck. Zudem würdigte er ihr Wirken zur Geschichtsaufbereitung, Aufklärung und zum Humanismus. „Judy Urman hat sich der Stadt Schönebeck und besonders der jungen Generation trotz des ihrer Familie zugefügten Leides immer verbunden gefühlt. Dafür sind wir ihr sehr dankbar“, so Knoblauch. Die Stadt werde Judy Urman immer ein ehrendes Gedenken bewahren.