Viele Termine und noch mehr Glückwünsche

Der neue gewählte Oberbürgermeister Bert Knoblauch über die ersten Wochen nach dem Wahlsieg

Es waren Stunden zwischen Hoffen und Bangen. Als endlich das Ergebnis feststand, konnte Bert Knoblauch aufatmen. Der CDU-Kandidat wurde mit 51 Prozent der Stimmen zum neuen Schönebecker Oberbürgermeister gewählt. Wir haben den Rechtsanwalt getroffen und mit ihm über die ersten Tage nach der Wahl und seine Ziele gesprochen.

Er freut sich auf sein Amt: Bert Knoblauch wurde denkbar knapp zum Oberbürgermeister gewählt. Wir trafen den 40-Jährigen zum Interview.

Er freut sich auf sein Amt: Bert Knoblauch wurde denkbar knapp zum Oberbürgermeister gewählt. Wir trafen den 40-Jährigen zum Interview.

Salzperle: Herr Knoblauch, zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zur gewonnenen Oberbürgermeisterwahl. Wie waren die Stunden für Sie, bis das Ergebnis endlich feststand?

Knoblauch: Ich war gar nicht so aufgeregt, aber angespannt schon. Auch weil das Umfeld angespannt war. Ich habe versucht, mir keine Gedanken zu machen, wurde auch gut abgelenkt. Meine Eltern und mein Bruder aus der Altmark waren bei der Wahlparty dabei. Darüber habe ich mich sehr gefreut.

Salzperle: Das Ergebnis war denkbar knapp. Sie hatten am Ende 51 Prozent, Ihr Kontrahent Holger Goldschmidt 49. Es hätte durchaus auch anders ausgehen können …

Knoblauch: Klar, ich lag ja auch lange Zeit recht weit hinten. Aber für mich war wichtig, dass an diesem Tag eine endgültige Entscheidung fallen würde. So oder so. Aber die Doppelbelastung durch berufliche und Wahlkampf-Termine war damit vorbei.

Salzperle: Haben Sie mit dem Wahlausgang gerechnet?

Knoblauch: Ich habe es gehofft. Aber ich habe ja am Ende quasi gegen drei Parteien gekämpft, nachdem die SPD und die Linke ihre Wahlempfehlung abgegeben hatten.

Salzperle: Mit 32,9 Prozent war die  Wahlbeteiligung für eine Stichwahl in Schönebeck gar nicht schlecht. Dennoch: Am Ende sind Sie von gut der Hälfte dieses Drittels, das seine Simme abgegeben hat, gewählt worden. Kann man sich da überhaupt noch freuen?

Knoblauch: Die Beteiligung ist natürlich nicht zufriedenstellend. Aber wie Sie schon sagen: Es waren mehr Wähler als sonst bei einer Stichwahl bei den Kommunalwahlen.

Salzperle: Wie waren die ersten Stunden, Tage und Wochen nach dem Wahlerfolg für Sie?

Knoblauch: Direkt nach der Wahl habe ich zahlreiche Glückwünsche bekommen. Persönlich direkt bei der Wahlparty, aber auch telefonisch, per E-Mail, per SMS, bei Facebook. Auch noch an den Tagen danach. Die große Anteilnahme war schon super. Ich hoffe, dass mich die Menschen auch in Zukunft unterstützen werden. Die Tage danach waren von reichlich Terminen geprägt. Sowohl beruflich in meiner Kanzlei als auch schon als gewählter Oberbürgermeister.

Salzperle: Aber vereidigt werden Sie erst bei der Stadtratssitzung am Donnerstag, 13. Februar, oder?

Knoblauch: Richtig. Dennoch wurde ich eingeladen, etwa zur Jahreshauptversammlung der Pretziener Feuerwehr. Das war auch wichtig für mich, da dort auch Kritik an der Verwaltung geübt wurde. Die konnte ich direkt aufnehmen.

Salzperle: Am 14. Februar treten Sie Ihren Dienst im Rathaus an. Was wird Ihre erste Amtshandlung sein?

Der neue OB auf dem Weg zur neuen Wirkungsstätte, dem Rathaus.

Der neue OB auf dem Weg zur neuen Wirkungsstätte, dem Rathaus.

Knoblauch: An dem Tag werde ich mich zunächst mit der Rathausspitze zusammensetzen. Und am Montag ist dann die erste Dezernentenrunde. Ich möchte mir von allen Dezernenten die Bereiche zeigen lassen und mich bei jedem Mitarbeiter persönlich vorstellen.

Salzperle: Wann werden die Bürger spüren, dass es ein neues Stadtoberhaupt gibt?

Knoblauch: Sehr bald, hoffe ich. Die ersten wichtigen Entscheidungen stehen an. Ich werde mir erst einmal einen genauen Überblick verschaffen und dann geht es richtig los. Auf jeden Fall will ich die Partnerschaften mit unseren Partnerstädten wieder intensivieren. Mit den Garbsenern stehe ich schon in Kontakt. Von dort haben mich etliche Glückwünsche erreicht. Das hat mich sehr gefreut.

Salzperle: Freuen Sie sich auf die Herausforderung oder haben Sie auch Angst, scheitern zu können?

Knoblauch: Das nicht. Ich freue mich. Ich möchte mit Stadträten und Verwaltung gut zusammenarbeiten. Motivation ist ganz wichtig. Ich bin zuversichtlich.

Salzperle: Wird es strukturelle Veränderungen in der Verwaltung geben?

Knoblauch: Das muss ich mir anschauen und anhören. Die Strukturen sind da. Ob sie gut sind oder wir umstrukturieren müssen, wird sich zeigen.

Salzperle: Sie haben eine Reihe von Ehrenämtern. Müssen Sie diese aufgeben?

Knoblauch: Zum Großteil hoffentlich nicht. Ich bleibe dem Karneval verbunden und auch weiter Mitglied der Wasserwehr. Ich will auch versuchen, weiterhin Fußball zu spielen. Ich bin noch im Aufsichtsrat der WBG, das Amt werde ich aufgeben. Auch werde ich nicht mehr Vorstandsmitglied im Immobilienverband Sachsen-Anhalt bleiben.

Salzperle: Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg bei Ihrer zukünftigen Arbeit.