Weil ohne schnelles Netz nichts mehr geht

Machbarkeitsstudie zur Breitbandversorgung in Arbeit • Baustart frühestens in zweiter Jahreshälfte

„Die Arbeitswelt ändert sich.“ Dirk Bartens ist nur noch selten im Betrieb. Via Tablet und Smartphone ist der I2KT-Geschäftsführer dennoch stets mit seinen Mitarbeitern verbunden. Schnelles Internet ist für das Institut für Informations- und Kommunikationstechnik unerlässlich.

Schönebeck braucht schnelles Internet. Da sind sich Wirtschaftsförderungsamtsleiter Egbert Tramp (l.) und Unternehmer Dirk Bartens einig.

Schönebeck braucht schnelles Internet. Da sind sich Wirtschaftsförderungsamtsleiter Egbert Tramp (l.) und Unternehmer Dirk Bartens einig.

Doch die Breitbandversorgung in Schönebeck ist alles andere als gut. Das muss sich ändern, fordern nicht nur viele Unternehmen, sondern auch Freiberufler und private Haushalte. Zwar ist inzwischen eine Grundversorgung mit Breitbandtechniken in der Stadt und den Ortsteilen gegeben. Doch Anschlüsse mit lediglich 2 MBit/s erfüllen längst nicht die Anforderungen, die moderne Firmen stellen. Next-Generation-Access-Netze (NGA) mit 50 MBit/s sind das Ziel. Daran wird nun auch in Schönebeck gearbeitet. Endlich, mag so mancher denken. Doch im Amt für Wirtschaftsförderung und Tourismus steht das Problem schon lange im Fokus, sagt Amtsleiter Egbert Tramp.

Für die schnellen Netze gibt es vom Land Fördermittel – weil Marktversagen eingetreten ist. Das bedeutet, die privaten Anbieter waren nicht in der Lage, die Breitbandversorgung zu übernehmen. Die Fördermittelvergabe verlangt eine Machbarkeitsstudie. Und mit dieser hat die Stadt das I2KT beauftragt. Bartens und sein Team werden in den nächsten zwei, drei Monaten den Ist-Bestand aufnehmen. Wo liegen verwendbare Rohrsysteme? Der nächste Schritt ist dann der Soll-Bestand. Was muss wo noch verlegt werden? Steht die Analyse, gibt es eine Empfehlung an die Stadt, die „technisch und wirtschaftlich fundiert ist“, kündigt der Geschäftsführer an. Doch bis der erste Bagger anrollen kann, um neue Leitungen zu verlegen, werden noch Monate ins Land gehen.

Frühestens in der zweiten Jahreshälfte könne begonnen werden. Vorher sind Schachtgenehmigungen einzuholen, Ausschreibungs- und Vergabefristen einzuhalten. Es wird ein paar Jahre dauern, bis tatsächlich schnelles Internet vorhanden ist. Und es wird auch nicht jeder Haushalt einen eigenen Glasfaseranschluss erhalten können – aus Kostengründen. Die Förderung beträgt 75 Prozent. Den Rest muss die Stadt tragen. Und die befindet sich bekanntlich in der Konsolidierung.

Doch nicht nur Tramp und Bartens wissen um die Bedeutung des Ausbaus. Die Stadträte müssen letztendlich darüber befinden. Doch auch ihnen sollte bewusst sein, dass die Fördermittel, die das Land jetzt ausschüttet, wohl kein zweites Mal fließen werden. Und: Ein fehlendes Breitbandnetz ist ein klarer Standortnachteil – sowohl für potenzielle neue Firmenansiedlungen als auch für die Wohnungswirtschaft. Gerade die junge Generation schaut bei der Wohnungswahl ganz genau, ob schnelles Internet verfügbar ist.