Landtagswahlen: Wir fragen, Direktkandidaten antworten

Vier Politiker stehen Rede und Antwort

Am Sonntag sind Landtagswahlswahlen. Wir stellen Ihnen die Direktkandidaten für den Wahlkreis Schönebeck-Barby-Calbe kurz vor. Im wöchentlichen Rhythmus beantworten Dr. Gunnar Schellenberger (CDU), Petra Grimm-Benne (SPD), Torsten Hans (Die Linke) und Holger Goldschmidt (FDP) auf unserem Portal Fragen. Heute die abschließende, bevor es in drei Tagen an die Wahlurnen geht.

Was wollen Sie als Direktkandidat für die Stadt Schönebeck tun? Wo sehen Sie hier die größten Probleme, die auf Landesebene angegangen werden können?

Dr. Gunnar Schellenberger (CDU, 56 Jahre, verheiratet, Mitglied des Landtags)

Dr. Gunnar Schellenberger (CDU, 56 Jahre, verheiratet, Mitglied des Landtags)

Gunnar Schellenberger (CDU): Ich werde mich wie bisher massiv für die positive Entwicklung meines Wahlkreises einsetzen. Dabei stehen viele unterschiedliche Aspekte in meinem ganz speziellen Focus. Bisher konnte ich sehr viele Fördermittel für die Sanierung von Schulen in den Wahlkreis holen, doch es gibt immer noch jede Menge zu tun. Der Erhalt der Schulstandorte der Förderschulen wird eine Schwerpunktaufgabe der kommenden Legislatur sein, denn bei Inklusion mit Augenmaß kann der Schulstandort gesichert und die Förderschulen erhalten bleiben. Dort wird eine bewährte Arbeit zum Wohle aller Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf von Förderschullehrkräften geleistet. Ein weiterer wichtiger Punkt ist für mich die Weiterentwicklung des Bereiches Kultur und Tourismus durch Landesförderung zu unterstützen. Dazu zählen auch Infrastrukturmaßnahmen wie die Radwegförderung (z. B. Barby-Pömmelte). Die Orchesterverträge müssen auf einem hohen Niveau mit einer Dynamisierungsklausel fortgeschrieben werden. Die weitere Entwicklung des Salzlandmuseums werde ich mit persönlichem Engagement fordern.

Petra Grimm-Benne (SPD, 53 Jahre, verheiratet, Mitglied des Landtags)

Petra Grimm-Benne (SPD, 53 Jahre, verheiratet, Mitglied des Landtags)

Petra Grimm-Benne (SPD):  Größtes Problem auch unserer Region ist die Finanzausstattung der Kommunen. Hier werde ich mich auch mit meinen Erfahrungen als Kreis- und Stadträtin in die Novellierung des Finanzausgleichsgesetzes einbringen. Konkret für meinen Wahlkreis stehen viele Projekte auf der Tagesordnung, für die ich mich engagiere. Beispielsweise ist hier die Problematik der Kinderbetreuung in Ostelbien zu nennen. Eine weitere Verlagerung auf die andere Elbseite darf nicht stattfinden. Die Felgeleber sollen endlich einen neuen Kindergarten mit der Stark V Förderung erhalten, das Programm zur Verhinderung der weiteren Vernässung ist noch nicht umgesetzt und die Barbyer warten auf ihren Radweg in Richtung Pömmelte. Es gibt also viel zu tun!

Torsten Hans (Die Linke, 40 Jahre, verheiratet, Büroleiter MdB Rosemarie Hein)

Torsten Hans (Die Linke, 40 Jahre, verheiratet, Büroleiter MdB Rosemarie Hein)

Torsten Hans (Die Linke):  Da gibt es sicherlich viele Dinge. Die schon angesprochenen Punkte bei der finanziellen Entlastung der Kommunen sind hier durchaus zentral. Eine Vereinfachung der Verfahren bei der Fördermittelvergabe würde auch der Stadt Schönebeck nutzen. Im Bereich Wirtschafts- und Tourismusförderung sollten vor allem klein- und mittelständische Unternehmen in den Blick genommen werden, davon würde auch die lokale Schönebecker Wirtschaft profitieren.

Holger Goldschmidt (FDP,  55 Jahre, verheiratet, Bauamtsleiter der Stadt Barby)

Holger Goldschmidt (FDP, 55 Jahre, verheiratet, Bauamtsleiter der Stadt Barby)

Holger Goldschmidt (FDP):  Ich bitte Sie, Schönebeck ist ein Teil meines Wahlkreises, Barby und Calbe gehören auch dazu. Alle diese drei Städte bilden mit ihren ländlich geprägten Ortschaften meinen Wahlkreis 19. Der Schutz vor Hoch- und Drängwasser und die Minderung der Grundwasserprobleme in meinem Wahlkreis werden eine zentrale Rolle spielen. Unsere Bürger werden sich darauf verlassen können, dass ich sie bei der Überwindung der mannigfaltigen Probleme unterstützen werde. Wirtschaft und Handwerk werde ich dabei unterstützen, dass sie immer ein Gehör bei den örtlich zuständigen Stellen finden, wenn es um Standortsuche, -sicherung und -erweiterung gehen soll. Insbesondere werde ich die Kommunikation zu den Hochschulen und Bildungsträgern intensivieren. An der Schaffung von mindestens 500 Arbeitsplätzen mitzuwirken, ist für mich ein besonderer Ansporn, sowie der Abbau des hohen Maßes an Bürokratie, um an Fördermittel zu gelangen.
Die noch vorhandenen kulturellen-, sportlichen- und bildungstechnischen Einrichtungen dürfen finanziell und damit auch personell nicht weiter beschnitten werden. Unsere Kinder und Jugendlichen müssen in vielerlei Hinsicht gefördert werden, denn sie sind unsere Zukunft. Da liegt es natürlich sehr nahe, dass ich mich für den Erhalt und das zeitgemäße Betreiben von Kindertagesstätten in Zeug legen werde. Das CDU-geführte Rathaus in Schönebeck kann von mir nicht erwarten, dass ich dem konzeptionslosen Abbau von Kita-Plätzen im ostelbischen Raum, wie in Grünewalde und Ranies, zusehen werde.  Volkshoch- und Kreismusikschule, Jugend- und Senioreneinrichtungen sowie die Trainingsstätten unserer für Integration und Miteinander so sehr wichtigen Sportvereine möchte ich dabei unterstützen, dass sie keine wirtschaftlichen Nachteile erleiden. Medizinische Versorgung, Rettungsdienste, Brand- und Katastrophenschutz werden einen besonderen Stellenwert in meiner Arbeit einnehmen. Nur zu gut sind mir Sorgen und Nöte im ländlich geprägten Raum bekannt. Der Erhalt der Felgeleber Feuerwehr liegt mir besonders am Herzen.
Das Radwegenetz  muss endlich verbessert werden und der Radverkehrsplan bedarf einer dringenden Überarbeitung. Die Voraussetzungen zum Bau einer Brücke über die Saale bei Groß Rosenburg zu schaffen, ist für mich, angesichts der fehlenden Unterstützung eines dauerhaften umweltfreundlichen Fährbetriebes über die Saale durch Verkehrsminister Webel (CDU), eine sehr reizvolle und interessante Herausforderung.