Wo Historisches erlebbar gemacht wird

Industriemuseum des Vereins iMUSEt wurde eröffnet • Traditionen bewahren

Die älteste Chemiefirma der Welt, eines der ältesten Sprengstoffunternehmen Deutschlands, die einstmals modernste Fahrrad- und Kraftfahrzeugproduktion des Landes… Schönebeck hat eine so reiche Industriegeschichte, die nicht in Vergessenheit geraten darf.

Die alten Autos zogen die Besucherblicke auf sich. Der Andrang im neu eröffneten Museum am Tag der Industriekultur war enorm.

Die alten Autos zogen die Besucherblicke auf sich. Der Andrang im neu eröffneten Museum am Tag der Industriekultur war enorm.

Das haben sich schon vor Jahren einige engagierte Schönebecker auf die Fahnen geschrieben und im Oktober 2009 den Verein „Industriemuseum Schönebeck – Erlebniswelt Technik und Innovation“, kurz iMUSEt e.V., gegründet. Seitdem haben sie kontinuierlich daran gearbeitet, ein Museum aufzubauen.

Am Tag der Industriekultur wurde Teileröffnung gefeiert. Während seiner Eröffnungsansprache bei herrlichem Frühlingswetter blickte Vereinsvorsitzender Dr. Georg Plenikowski zurück. Auf Erfolge und Rückschläge, auf Erreichtes und Hürden, die es zu überwinden galt. Rund hundert Interessierte waren auf das einstige EMSAreal an der Ernst-Thälmannstraße gekommen. „Das ist der Anfang der Bewahrung und Darstellung der heute schon fast vergessenen, aber sehr erfolgreichen Industriegeschichte in und um Schönebeck“, so Plenikowski, der jahrelang an der Spitze der Schönebecker Munitionsfabrik stand.

Als Oldtimerfreunde mit alten Maschinen auf das Gelände des Industriemuseums rollten, waren schon viele Interessierte dort.

Als Oldtimerfreunde mit alten Maschinen auf das Gelände des Industriemuseums rollten, waren schon viele Interessierte dort.

Die Renovierung der alten Halle hat viel Kraft und Geld gekostet. Dank der Unterstützung von bis dato 42 Sponsoren sind mehr als 60.000 Euro zusammengekommen, die in die Rekonstruktion des Gebäudes geflossen sind. Und auch die 22 Mitglieder haben tatkräftig mit angepackt. Was sie geleistet und aufgebaut haben, ist nun immer mittwochs, sonnabends und sonntags zwischen 14:00 und 17:00 Uhr zu sehen.

In dem Museum, das Geschichte erlebbar macht. Der Verein iMUSEt hat übrigens auch einen historischen, industriegeschichtlichen Salzweg als Querstraße zum Elberadweg entwickelt und auf dem Portal www.salzweg-schoenebeck.de veröffentlicht. Darin ist natürlich auch das Industriemuseum integriert. Der Salzweg soll in die europäische ERIH-Route integriert werden „und damit auch endlich die ERIH-Lücke zwischen Halle und Magdeburg schließen“, kündigte Plenikowski bei der Museumseröffnung an.